****** Eine grandiose, umwerfende, aggressive, aber auch gleichermassen verletzliche und weiche Weiterentwicklung gegenüber dem Debüt "Pablo Honey". Grosser Einfluss waren amerikanische Bands wie R.E.M., die Pixies oder Pavement - beachte: die manchmal in die gleichen Kategorien gesteckten Blur taten dies erst 1999, Oasis nie -, die Gitarren wurden lauter, aber auch vielseitiger, genau wie Thom Yorkes Gesang. Waren die Texte anfangs noch etwas belanglos, begannen sie hier, was mit "Yesterday I woke up sucking a lemon" ("Everything in Its Right Place") endete: abstraktere, aber trotzdem mit Raum für Interpretationen. Nur ein einziges Mal werden sie direkt, und das klingt nicht platt, sondern verzweifelt und böse; und zwar wenn in "My Iron Lung" mit dem Welterfolg "Creep" abgerechnet wird. Es gibt so viele wunderschöne Momente auf "The Bends": der Harmoniegesang bei "(Nice Dream)", der zerstörerische Refrain von "My Iron Lung" oder das tödliche Outro des Closers "Street Spirit (Fade Out)", da übersieht man auch gerne, dass zwei, drei Songs nicht gerade beeindrucken. Ein Meisterwerk, und es sollte erst der Anfang einer unbeschreiblichen Karriere sein. Last edited: 24.11.2009 18:24 |