****** Mit ziemlich großer Sicherheit mein Highlight 2006. Trotz all dem Gejammere über stilistische Stagnation, Pseudoepik und vollkommen unnötig langgezogene Stücke schaffte es dieses Album erstmals, mich vollkommen für Tool zu begeistern, insbesondere, als der Opener "Vicarious" bei mir so richtig zündete - heute vielleicht das für mich wichtigste Stück aus der Feder des Quartetts. Das gesamte Album ist ein - dank Produzentenwechsel - herrlich erdiges, nahegehendes, progressives Sammelsurium an Ideen, die schlicht und ergreifend wieder einmal funktionieren - da darf man sich auch Wettereffekte erlauben, die auch bei den billigsten Progmetalkapellen nicht überraschen würden, Zwischenspiele, die bequem auf jedem Ethno-Meditations-Sampler ihren Platz finden könnten, sowie auch das über fünfminütige Quasi-Nichts "Viginti Tres" am Ende - als Gesamtwerk hinterlässt "10,000 Days" einfach einen unverwechselbaren Eindruck. Insbesondere der zentrale "Wings For Marie"-Zyklus atmet einfach Atmosphäre, in "Rosetta Stoned" samt Vorspiel steckt mehr Kreativität als in der gesamten Karriere von manch anderem, und mit "The Pot" bewies die Band, dass man auch nach einem "Aenima" noch so etwas Ähnliches wie Songs schreiben konnte. Mögen auch noch so viele Hörer enttäuscht gewesen sein - ich liebe dieses Album. |